Bitterstoffe mögen wir nicht

Bitterstoffe sind so wichtig

Chicoree- Salat mit Pinienkernen

 

Süß, herzhaft, scharf und salzig, das sind Geschmacksrichtungen, die wir lieben aber an bitteren Speisen können sich die wenigsten Menschen erfreuen. Im Gegenteil, Bitterstoffe finden wir sehr abstoßend.

 

In der Urzeit war das mal völlig anders. Wir aßen reichlich bitteres Wurzelgemüse, Blattgemüse und Wildpflanzen.

 

Unsere heutige Lebensmittelindustrie hat unser Geschmacksempfinden massiv durch Süßstoffe, künstliche Aromen, Farbstoffe und Geschmacksverstärker geschickt ausgetrickst.

Süße und herzhafte Speisen lösen in unserem Gehirn kurzzeitige Glücksgefühle aus, weil sich unser Körper für die zugeführte Energie bedankt. Also das ist so eine Art Belohnungsmechanismus.

Damals was das auch sinnvoll, die Menschen mussten sich ja sehr bemühen, um Nahrung aufzutreiben.

Wofür sollte sich heute der Körper bedanken, wenn er eine ganze Ladung Schokolade und Chips bekommt?? 

Und weil wir die bitteren Gemüsesorten nicht mögen, hat man sie dann einfach komplett umgezüchtet. Deshalb schmecken Endiviensalat, Chicoree und Radicchio gar nicht mehr so bitter wir früher.

Ob das alles so sinnvoll ist?

Bestimmt nicht.

Welche Aufgaben haben die Bitterstoffe?

 

Bitterstoffe regeln die komplette Verdauung. Nur wenn die Verdauung funktioniert, kann auch der Rest funktionieren.

Eine unzureichend funktionierende Verdauung ist die Grundursache vieler Krankheiten, wie Sodbrennen, Blähungen, Leber-, Gallenbeschwerden aber auch Autoimmunkrankheiten, Allergien und vieles mehr.

 

Der bittere Geschmack stimuliert den Magen, die Leber, die Gallenblase, die Bauchspeicheldrüse und diese produzieren dann die jeweiligen lebensnotwendigen Verdauungssäfte und Verdauungsenzyme. (Magensäfte, Insulin, Gallenflüssigkeit)

 

Diese sind wiederum enorm wichtig für die Aufnahme und Verwertung von Nährstoffen im Körper.

 

Auch wird die Entgiftungsfunktion der Leber durch die Bitterstoffe gefördert. Ohne sie würde unser Körper gnadenlos vermüllen und im Gift ersticken.

 

Auch gegen Heißhunger-Attacken auf Süßes leisten die  Bitterstoffe eine wertvolle Hilfe. Statt Süßkram einfach mal einige Blätter Mutterkraut oder Löwenzahn essen. Am Anfang kostet es schon einige Überwindung aber man gewöhnt sich schnell daran.

 

Und wenn man öfter Smoothies mit vielen Wildkräutern trinkt, kann man den süßen Obstanteil nach und nach verringern.

Und irgendwann befreit man sich von der Geisel der Zuckersucht.

 

Die Menschen mit der größten Abneigung gegen Bitterstoffe bräuchten sie eigentlich am dringendsten!!

 

Wo sind Bitterstoffe drin?

 

  • Friseesalat
  • Chicoree
  • Löwenzahn
  • Schafgarbe
  • Wegwarte
  • Kardamom
  • Fenchelgewürz
  • Gewürznelken
  • Zimt
  • Ingwer
  • Wacholderbeeren
  • Wermut
  • Mutterkraut   

 

Übrigens das Mutterkraut wirkt auch sehr gut gegen Migräne und Kopfschmerzen.
Probiert es mal aus!

Mutterkraut sieht so ähnlich aus wie Margeriten. 

 

 

Mutterkraut
Mutterkraut

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Kommentare: 2
  • #1

    martin (Mittwoch, 11 April 2018 12:41)

    was ist friseesalat?

  • #2

    Regina (Montag, 21 Mai 2018 08:38)

    Friséesalat gehört zu den Endivien und wird auch "Krause Endivie" genannt.
    Er hat fransige, aber knackige Blätter, die leicht bitter und herzhaft-würzig schmecken.